|
.......aber nur vermeintlich.
Eine lustige aber doch traurige Begebenheit.

Seinerzeit habe ich meiner
Dienststelle eine münchner Tageszeitung gelesen.
Noch wie heute las ich damals auch die Todesanzeigen und die Beerdigungen.
Da entdeckte ich auch meinen pensionierten Kollegen. Was stand da drinn?
Furtmeier Otto, 67 Jahre, Städt. Angestellter i. R., Beerdigung um 10.00 Uhr
im Waldfriedhof, Neuen Teil.
Also sagte ich mir ganz nachdenklich:
„So ist das Leben, jetzt ist mein früherer Kollege Otto
nach so kurzer Pensionierungszeit verstorben und ich kann kann
nicht zu seiner Beerdigung gehen, weil es dazu schon zu spät ist.
Die Zeitung hab ich erst am Nachmittag gelesen
und seine Beerdigung war ja schon am Vormittag.
Soweit so klar und der Alltag ging weiter!
Etwa ein halbes Jahr später musste
ich in die Stadt München
rein und ging die Fußgängerzone entlang .
Auf einmal, "potzblitz", geht mir mein früherer Kollege Furtmeier Otto
entgegen.
Ich bin ganz mächtig erschrocken, denn nach meiner Erinnerung
müsste er ja schon längst ganz oben Himmel sein und "frohlocken
und das himmlische Manna essen"?
Ganz verdattert begrüßte ich ihn:
Ich: „Servus Otto, wo kommst du denn her?“
Er: „Ja, von daheim“!
Ich: „Ja, …….wo ist …. denn dein Daheim“?
(ich erwartete insgeheim, dass er mir sagt, dass er von ganz oben vom Petrus
einen kurzen Ausgang auf die Erde in München erhalten hat, so wie in der
Geschichte von Ludwig Thoma beim „Münchner im Himmel“)
Er: „Ich wohne in Trudering, das schon über 30 Jahre“!
Also langsam bekam ich wieder die Fassung und war dann
tatsächlich überzeugt, dass mein früherer Kollege doch noch am Leben ist.
Ich erzählte ihm von der damaligen Todesanzeige und dass
es da halt eine Verwechslung gegeben haben muss.
Er hat darüber dann sehr gelacht und war dann doch sehr froh,
dass er noch unter den Lebenden sein durfte.
Später habe ich dann beim Personalbüro im Rathaus nachgefragt,
wieso es zu so einer Verwechslung kommen konnte.
Also in der Stadtverwaltung München gab es tatsächlich noch einen weiteren
Kollegen Furtmeier Otto, mit gleichem Geburtsjahrgang und der ist damals
tatsächlich verstorben und beerdigt worden. Der einzige Unterschied nur war,
dass der Eine Beamter und der Andere Angestellter war.
Diesen Kollegen kannte ich nicht.
Bei damals 30.000 Angestellten, Arbeitern und Beamten war es
doch tatsächlich möglich, dass es zwei Furtmeier Otto gab.
Auf den kleinen Unterschied „Beamter und Angestellter“
hab ich natürlich nicht geachtet.
Ich habe mich doch sehr gefreut, dass wenigstens mein (bekannter) Kollege
noch lebte und seinen Ruhestand noch genießen konnte.
Doch heute, nach über 30 Jahren ist mein früherer Kollege Otto
schon längst im Himmel und "frohlockt und isst sein göttliches Manna".
Genau wie beim "Münchner im Himmel"
Hier ist die Geschichte vom
Dienstmann Alois Hingerl

"Ein Münchner im Himmel!"
|