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Ich war auch mal einige Jahre im
öffentlichen Gesundheitswesen,
der Stadt München beschäftigt.
Hier war ich als Abteilungsverwaltungsleiter, also für das
Personal, für das Gebührenwesen und für das Widerspruchsrecht, also
allgemein gesagt so quasi für alles zuständig.
Also war ich ein "Mädchen für Alles".
Zum damaligen Zeitpunkt war die Krankheit Aids, also die HiV-Infektion,
ganz aktuell. Unser Amt war seinerzeit hauptsächlich mit der Beratung und
Verhütung dieser schrecklichen Krankheit beschäftigt. Man wusste damals
sehr wohl, dass die Hauptübertragungsquelle dieser Infektion im
Homosexuellenmilieu war und u. a. von dort in alle Welt übertragen wurde.
Eines Tages kam die ärztliche Leiterin der Seuchenbekämpfungsabteilung, also
eine Amtsärztin, zu mir und hat mich gebeten, ihr doch das Buch mit dem Titel

"München von hinten"
zu besorgen. Sie brauche dieses Buch für dienstliche
Zwecke um
dem Oberbürgermeister der Stadt München einen Bericht
über die Schwulen- und HIV Lage in München geben zu können.
Sie gab mir noch den Hinweis, dass dieses Buch in einer
Buchhandlung in München in der Reichenbachstraße, stadtauswärts linke Seite,
also in der Nähe des Gärtnerplatzes, zu bekommen sei.
Mir kamen sofort die Gedanken, dass dies ein Buch über die Schwulenszene in
München und die Buchhandlung speziell Bücher für Schwule verkaufe, also eine
Buchhandlung für Gay´s sei. Die Reichenbachstrasse in München war hinlänglich
für die Schwulenszene (Szenengaststätten und Bücherei) bekannt.
Ich machte mich auf den Weg zu dieser besagten Bücherei.
Ich betrat diese Buchhandlung und mir fiel sofort die rosarote Einrichtung und
vor
allem fielen mir die beiden Verkäufer auf. Auf Anhieb waren diese Beiden
als "schwule Kameraden" zu erkennen. Für mich schon
damals (etwas) ungewohnt und widerlich.
Da sie mich nicht kannten, haben die Beiden mich ganz genau gemustert und tief
in die Augen geschaut und mich gefragt ob ich neu sei und Interesse hätte.
Ja, Interesse für was?
Es war unschwer zu erkennen, dass sie mich als "Neuen" für ihre Szene werben
wollten. Das wollte ich aber auf gar keinen Fall.
Ich habe sie gebeten mir das Buch "München von hinten" zu
verkaufen.
Das Buch war vorrätig und ich habe den Betrag von 15 Mark bezahlt.
Ich habe noch um eine Quittung für das Buch gebeten und absichtlich
noch erwähnt, dass ich diesen Beleg für meine Behörde brauche.
Ich hab das Buch genommen und bin dann gegangen.
Die beiden "Schwulis" waren noch etwas "verdattert"
und haben mir noch ganz "intensiv" nachgeschaut, vielleicht so nach
dem Motto: "schade, dass wir den nicht gewinnen konnten".
Also, ich war damals schon ganz "gefestigt" und bin
nicht der Schwulenszene "beigetreten".
Ja, das ging schon gar nicht, ich war und bin ganz einfach "lesbisch"
also nur für Frauen zu haben. Und das ist gut so......
Die Begegnung mit diesen "Schwulis" war für mich damals recht
lustig und vor allem war mein "dienstlicher Nachmittag" durch diesen
Außendienst bald vorbei und der Feierabend war dann nicht mehr weit
....und um eine Erfahrung war ich natürlich wieder reicher.
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